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Toscana 1995 (2) |
Und
nochmal:
Toscanafahrt
1995
Beschreibung einer nicht ganz gewöhnlichen Studienfahrt -
wie war's wirklich?
Nach
langem Hin- und Herüberlegen entschieden sich zwei Kurse der
MLS, ihre Studienfahrt in der Toscana zu verbringen. Die Strapazen
der Reise in unserem "Super-Luxus-Bus" konnten nicht vollständig
ohne die richtige Menge Betäubungsmittel überstanden
werden... So manch ein Betäubter zog sich in seinen
"Greyhound-Schlafsessel" zurück um dort von unserem gemeinsamen
Ziel zu träumen... Doch dann war es soweit. Unser Busfahrer
(Hallo "Schorsch") manövrierte den "Super-Luxus-Bus" geschickt
durch die engen Gassen Cecinas ("Unn rrrum um die Korv"), um
später vor dem Restaurant des "jungen Antonio", der
maßgeblich an der weiteren Planung unseres Toscanaaufenthalts
teilnahm, zum stehen zu kommen.
Nachdem unsere Betreuer (Rudi und Ingrid Siemers, Schorsch (Mathe-As) Horn und Busfahrer Schorsch) den "jungen Antonio" aufgesucht hatten, zeigte sich dieser sichtlich überrascht, da wir dank einer genialen Planung einen ganzen Tag (!) zu früh angekommen sind. Dabei wollte unser Organisationsteam lediglich dem Berufsverkehr in der Schweiz ausweichen .
Daraufhin
wurden bereits erste "Greyhound-Schlafsessel-Reservierungen" für
die erste Nacht gemacht. Aber ganz so schlimm sollte es dann doch
nicht kommen. Nachdem alle Schäflein wieder im Bus versammelt
waren ging die Reise weiter. Schon nach kurzer Zeit hielt der Bus
erneut, um einige der Schäflein abzusetzen. "Alle Mädsche
unn e paar vun de Jungs rrraus !", dröhnte es aus den
Lautsprechern, die Schorsch oftmals dazu verwendete, den
Schülern ein wenig Volksmusik und italienische Opernklänge
nahe zu bringen.
Ein wenig verdutzt, aber dennoch froh endlich aus dem bereits erwähnten "Super-Luxus-Bus" steigen zu können, verließ nun etwa die Hälfte der Besatzung den Bus .
Für den Rest ging die Reise weiter. Wir verließen die Zivilisation. Zunächst durch einen Wald, dann über bis zum Horizont reichende Äcker, die, wie wir erst am nächsten Tag erfahren sollten, für militärische Monöver genutzt wurden . Doch dann schienen unsere Rufe erhört worden zu sein. Unsere Betäubungsmittel (zumindest die, die wir mit in den Bus genommen hatten) neigten sich dem Ende zu. Wir hatten es also letztendlich doch noch geschafft. Weit entfernt von Zivilisation und Mädchen bezogen die tapferen Jungs ihre relativ schön eingerichteten Appartements, die sie für die nächsten zwei Nächte bewohnen sollten. Danach gaben wir uns erst mal einen Bierempfang, um in die richtige Stimmung zu kommen. Der allgemeine Entschluß, endlich mal duschen zu gehen, wurde von allen als Wohltat angesehen. Doch vor lauter schöner Einrichtung wurden die Duschwannen vergessen (die spinnen, die Römer), was dazu führte, daß ein Mitschüler, der während er duschte auf dem Abfluß stand, das gesamte Bad plus einen Teil der Küche in ein Feuchtbiotop verwandelte ( Hallo Alex !). Wie wir später erfahren haben, ging es anderen Mitschülern ähnlich (Hallo Sven; Hallo Bastian !).
Dank
unserer "Lala" (Kassettenrecorder) konnten wir Zeugen eines zuvor
noch nie beobachteten Phänomens werden. Der Feuchtbiotoperzeuger
"ravte" nun, von der Fahrt noch leicht betäubt und nur mit einem
Handtuch bekleidet, durch das ganze Haus ("Hooligan...noice,noice.").
Um den Ereignissen des ersten Tages einen runden Abschluß zu bieten , folgten wir der Empfehlung unseres Busfahrers, der uns sagte, wo wir "e gonz foines Esse krigge". Nach dem Verzehr einer brikettähnlichen Pizza genehmigten wir uns als erstes ein Verdauungsschnäpschen (oder zwei, oder drei) am Strand, wo wir auch auf die andere Hälfte unserer Gruppe trafen. Unser Wiedersehen mußte natürlich gefeiert werden ...
In dieser Woche haben wir viel gesehen und erlebt. Volterra, Pisa,
Florenz und eine Etruskersiedlung sind uns jetzt nicht mehr fremd.
Von der sachkundigen Führung durch die Etruskersiedlung, die auf
Esperanto gehalten wurde, hatten nur einige wenige etwas . Sogar
Mathe-As Schorsch widmete sich lieber anderen
Beschäftigungen:
Das ist natürlich bei der großen Hitze nur allzu
verständlich. Die hohe Temperatur veranlaßte uns dazu,
eine Meuterei anzustiften und die Planung des Organisationsteams zu
boykottieren, was uns einen Faulenzertag am Strand einbrachte .
Mit aufgeladenen Akkus für die "Lala" und einer enormen Menge
Treibstoff für uns ("Dana-Bräu") machten wir es uns in den
Liegestühlen eines benachbarten Hotels bequem und diejenigen,
die noch oder wieder halbwegs fit waren, spielten Volleyball .
Dies
fand die Managerin des Hotels nicht sooo lustig und verjagte uns.
Nachts bot uns der Strand des Hotels wieder viel Platz zum munteren
Herumtollen. Diese Gelegenheit nutzten sechs Jungs. Nachdem sie sich
"ein wenig" Mut angetrunken hatten, beschlossen sie an den Strand zu
gehen. Daß das Wasser nachts empfindlich kalt war, mußten
einige schmerzlicherweise feststellen (Hallo Alex !). Die roten
Striemen auf dem Rücken sowie die nassen Klamotten zeugten von
einem erbitterten Kampf .
Nachdem
Alex aus dem Wasser geklettert war und verkündet hatte,
daß er den Schlüsselbund verloren hatte (Appartement- und
Safeschlüssel!) robbten Stephan, Bastian, Alex, Martin, Martin
und Sven bis zum Morgengrauen über den Strand (Diese Aktion
kostete uns 100.000 Lire). Der einzige Unbeteiligte ("Rainer" alias
Christian R.) war über Nacht ruiniert, denn er hatte seine
gesammten Wertsachen im Safe.
Am
nächsten Tag nahmen einige unserer Jungs an einem
Fußballduell gegen die hochmotivierte Hobby(?)mannschaft des
"jungen Antonio" teil .Weniger motiviert als alkoholisiert
mußte unsere "Stammtisch-Auswahl" eine klägliche
Niederlage hinnehmen.
Um die "Deutsch-Italienische Freundschaft" weiter zu stärken,
gelang es Martin K., Martin S. und Holger B. aus R., durch wildes
Gestikulieren die Aufmerksamkeit dreier junger Italiener auf sich zu
ziehen. Holger B. aus R. zeigte den "Doppelten Effenberg"
(Stinkefinger) und unterstrich diese Geste mit den Worten:
"Andallé, andallé!". Wieder einmal bewiesen die
Italiener ihre Gastfreundschaft und nahmen sofort Kontakt mit uns
auf. Während die drei Italiener die Ohren Holger B`s aus R.
verlängern wollten, was ihn und Martin K. eher weniger
störte, versuchte Martin S. die Situation zu retten, worauf sich
die gastfreundlichen Italiener mit den Worten: " Nazis raus !"
verabschiedeten.
Auch wir verabschideten uns, da wir bereits in wenigen Stunden (Halb 5 Uhr morgens) unsere Heimreise antreten mußten, um rechtzeitig für den Fahrerwechsel in der Schweiz zu sein. Unser Organisationsteam beschloß, entgegen der Meinung der Schüler, einen Abstecher über den St. Gotthardpaß zu machen.
Trotz oder gerade wegen dieser kleinen Mißgeschicke und Fehlplanungen erinnern wir uns immer wieder gerne an unsere Studienfahrt nach Cecina de Mare.
PS: Wir waren zwar manchmal Unterschiedlicher Meinung was
die Planung anging, aber dennoch verlief unsere Studienfahrt sehr
harmonisch.
Vielen Dank an unsere Begleiter ( Rudi und Ingrid Siemers, Schorsch
(Mathe As ) Horn und Busfahrer Schorsch)
Ihre " Schluries"
(Alex, Bastian, Sven, Stefan, Martin, Philipp u.v.a.)
Dieses
Dokument ist Teil der Abi'96-Homepage
des Jahrgangs 1996 an der MLS Rimbach/Odw.