Abi96-Logo

Die Abi-Zeitung

Gm Grundkurs Ulrich

Zurück zur
Übersicht




Ein herzensguter Mensch


Unterricht in der Oberstufe beinhaltet immer einen gewissen Risikofaktor. Unser Englisch-LK-Müller hatte das unwiderrufliche Glück, für den Lk-abhängigen Gemeinschaftskundeunterricht Herrn Ulrich zugeteilt zu bekommen. Da wir das für einigermaßen undemokratisch hielten (Siemers rules !) und einige von uns Herrn Ulrich bereits in der Unter- bzw. Mittelstufe gehabt hatten, zeichnete sich ziemlich schnell eine genaue Vorstellung der kommenden 2 Gm-Jahre ab, da man Gm ja nicht abwählen kann. Was Herr Ulrich selbst von der ganzen Sache hielt, haben wir leider bis heute nicht erfahren. Vermutlich hat auch er im späteren Zeitraum bereut, Gm nicht abwählen zu können, da er sich vor die Aufgabe gestellt sah, eine ganze Reihe Groer-, Rhein-, etc.-Verdorbenen wieder geradezubiegen, die sich nicht gerade sehr kooperativ verhielten (wir kämpften alle standhaft gegen die geballte Gm-Power von Herrn Ulrich !)

Also machten wir uns einigermaßen vorbelastet auf, die nächste Zeit ohne den Verlust unserer individuellen Meinung (meistens hatten wir sowieso keine !) zu überstehen. Leider mußten wir bald erfahren, was es heißt, von Politik, Erdkunde usw. (eben alles, was Herr Ulrich so verlangte) keinerlei Grundwissen zu besitzen, und daher hätten wir rein theoretisch sofort damit anfangen sollen, unser Unwissen abzubauen. Aus lauter Hoffnungslosigkeit fingen wir aber gar nicht erst damit an. Unser einziger Lichtblick bei Fragen, die keiner von uns beantworten konnte, waren Matthias, Daniel und Jutta. Es stellte sich heraus, daß Matthias (der sich übrigens kürzlich als Gm-Abiturient geoutet hat) sogar Antworten parat hatte, wenn wir nicht mal die Frage gehört hatten. Gm bot nämlich wunderbar Gelegenheit, andere Aufgaben zu erledigen, da Herr Ulrich schnell erkannt hatte, daß wir sowieso keine Ahnung haben und glaubte daher, daß wir eher davon profitierten, wenn er gleich alles in einem Monolog zusammenfaßte. Bedauerlicherweise erschwerte uns aber gerade diese Unterrichtsmethode das Aufpassen sehr, da wir Herrn Ulrichs weitgreifenden Ausführungen (mangels Grundwissen eben) in den seltensten Fällen folgen bzw. Sie überhaupt verstehen (oder uns gar merken) konnten. Dabei spielte es keine Rolle, ob diese Gespräche und deren Probleme öffentlich ausdiskutiert wurden, wie das "Goldfingerproblem", oder ob sie inoffiziell, sozusagen "unter der Hand" gehandelt wurden. Herr Ulrichs Kommentar dazu: "Es ist wie in meiner 6. Klasse! Da werden auch immer Briefchen herumgereicht. Ich dachte, das ändert sich mit der Zeit!"

Dennoch müssen wir sagen, daß Herr Ulrich in den vergangenen Jahren niemals richtig sauer wurde, sondern immer freundlich und humorvoll blieb, auch wenn er merkte, daß wir vom momentanen Thema überhaupt keine Kenntnis hatten.
Ein weiterer hoffnungsloser Fall waren die Hausaufgaben: Selbst, wenn wir sie mal gelesen hatten, konnten wir spezifische Fragen nur selten beantworten. Diese mangelnde Arbeitsmoral stürzte Herrn Ulrich schließlich doch in eine so große Krise, daß er - vollkommen überrumpelt - nachgab, als wir ihn um ein neues Kurstreffen baten - und zwar bei ihm. Unsere ersten waren mangels Teilnahme leider ins Wasser gefallen (auch Herr Ulrich hatte mal gefehlt), obwohl wir dank der demokratischen Wahlregeln jedesmal mindestens eine Stunde gebraucht hatten, um es überhaupt auszumachen. Das waren übrigens die einzigen Gm-Stunden, in denen sich jeder mindestens einmal gemeldet hat. Dies führte dann (wegen der Ungewohntheit) zu Verwirrung der Wahlführer, daher sicher auch der Zeitaufwand. Begeistert planten wir also unser letztes Kurstreffen, noch dazu bei unserem Lehrer! Es wurde daher auch ein voller Erfolg, denn bei Salat und Leberkäs kommt man sich näher. Herrn Ulrichs Partykeller ist übrigens sehenswert (Tip für spätere Jahrgänge).

Uns bleibt also abschließend nichts anderes zu sagen, als daß wir Herrn Ulrich, den wir für seine bemerkenswerte Nachsicht schätzen gelernt haben, für die vergangenen 2 Gm-Jahre zu danken. Wir haben selten mit soviel Spaß sowenig kapiert!

 

(Thurid Wadewitz)

 


Dieses Dokument ist Teil der Abi'96-Homepage
des Jahrgangs 1996 an der MLS Rimbach/Odw.